Sonntag, 12. Dezember 2010

Tea On The Moon - Debüt Album FeinSinn



FeinSinn präsentiert ihr Debut Album
 Tea On The Moon


Wer hat nicht schon einmal zu Mond und Sternen hochgeschaut? Sei es beim romantisch-nächtlichen Spaziergang oder in einer höchst philosophischen und einsamen Stunde: oft sind entfernte Himmelskörper der Inbegriff unserer tiefsten Sehnsüchte.  Und wie schön wäre es doch, könnte man doch einfach mal kurz auf eine Tasse Tee dort vorbeischauen.


Darüber erzählt Tea On The Moon, der Opener und auch Namensgeber von FeinSinns Debut-Album. Nach einem Intro epischer Weite nimmt der Song einen Schwenk in Richtung Balkan-Reggae. Die Stimmen von Alexander Nantschev und Elke Pichler sind gegensätzlich und dadurch anziehend. Große Emotionen im bulgarischen Jazz-Folk Style treffen auf fröhliche Melodien in Moll.


Die Klänge des Minimoog Voyager von  Uwe Pichler-Necek treten die Reise in längst vergangen geglaubte Zeiten an. Smiling Eyes kleidet sich bombastisch im 80-er Jahre Retro –Look, tanzt zum Disco-Beat und somit auch aus der Reihe der anderen Songs.  So stellt der Track ein für alle Mal klar: Wer glaubt, Worte könnten alles mitteilen, lebt hinter dem Mond. Doch die lachenden Augen eines geliebten Menschen klären alles.


Ätherisch  und transparent wie der Neumond erscheint die vierte Nummer, Crystal Horizon. Von Violine und Cello umspielt findet man sich in einem Meer von Bildern badend. Das Stück hat eindeutige Affinität zur Filmmusik. Die älteste Komposition von Tea On The Moon hat sich mannigfaltig in Tanz, Sprechtheater und Hörspiel bewährt.







Album Preview Tea On The Moon by FeinSinn



Die Geburt des Debut-Albums war nicht einfach. So waren die letzten zwei Jahre von mehreren Veränderungen innerhalb der Formation geprägt. Was als Duett mit Elke Pichler und  Alexander Nantschev, dem heutigen Bandleader, begann,  ist heute das  5- köpfige Ensemble FeinSinn. Das Erscheinen des Albums Tea On The Moon ist somit ein kleiner Schritt für die einzelnen Menschen, aber ein großer Schritt für FeinSinn als Gruppe. Dennoch entwickelten sich die Songs mit Unbeschwertheit und Leichtigkeit, ähnlich spielerisch wie sich in  Game  die Stimmen den Ball zuschießen. Die von  Alexander Nantschev eingespielten Unisono-Streicher beweisen, dass auch ein Ein-Mann Orchester tonangebend klingen kann. „Life’s a game so play it like a child“ pfeift es durch den Song. Ein “summer-garden” im zeitweiligen Winter der Pop-Landschaft.
In der Mythologie steht der Mond für das Unterbewußte, Weibliche, Geheimnisvolle und Betörende. Melting  singt von der Kraft der Verführung, bis der erste kühle Schnee fällt. Schlagzeuger Michael Flatz intensiviert die eingängigen Melodien und treibt sie im Crescendo zum Höhepunkt. Gleichzeitig verblüfft der Song durch seine eigenwillige Struktur, Inszenierung und Entwicklung. Gerne lässt man sich durch den ins Ohr gehenden Refrain überraschen, der auf flirrende Harmoniumklänge folgt.

Um die Liebe geht es auch im nächsten Song,
Guitar On The Beach. In einer schwülen Vollmond- Nacht schwimmt eine junge Frau mutig ins Meer hinaus. So bricht sie das Herz eines Mannes, der die schlanke und anmutige Gestalt heimlich vom Strand aus beobachtet. Die Gitarrenmelodien, die er später für sie spielen wird, vermitteln große Gefühle, aber auch verschobenes Taktgefühl: als sie sich ihm zu früh auf naive Weise hingibt, verliert sie nicht nur ihre Jungfräulichkeit sondern all ihre ureigenen Träume und Lebensperspektiven. Wie ein Schifferboot auf dem Schwarzen Meer schaukelt Guitar On The Beach auf den Wogen des 6/8 Taktes. Dieser wird  vom treibenden Refrain durchbrochen, der dramatisch zur Rückbesinnung auf das Eigene ermahnt. Das fragile Falsett im Finale schwebt im Raum wie eine offen gebliebene Frage.











In Heaven Can Wait, dem achten Track, wendet sich das Quintett wieder gänzlich weltlichen Dingen zu. Der Himmel soll warten, zumindest eine letzte Nacht noch. Und somit ist auch das Genre des Retro-Prog-Pop begründet. Der Gesang von Elke Pichler erhebt sich klar und unprätentiös über die kompromisslosen Gitarrenarrangements von Alexander Nantschev. Im Sergio Leone Style kontrapunktiert die E-Mandoline frech einen herben, von Robert Siegel gespielten Stravinsky – Bass.


Der Mond dreht sich um die Erde und ist so ihr ständiger Begleiter.  Manchmal scheint der Mond verschwunden, so auch während  einer Mondfinsternis. Doch bald darauf zeigt sich, dass dies nur eine Illusion war. „My Honey And The Timer“ singt von unseren treuen und ständigen Begleitern im Leben, die wir manchmal nicht mit dem Respekt behandeln, der ihnen zusteht. Im Finale des Songs vereinen sich  C-64 Appeggiator und Space – Echo-Violine zu einem expandierenden   Klangkosmos.
So führt das Ende zum Anfang und lädt zu einem neuerlichen Hören des Albums ein.



Release 08.04.2011


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